Teilprojekt 7

 

Erfassung von Landnutzung und Ökosystemleistungen mit Fernerkundung

Die Fernerkundung ermöglicht, unsere Landschaften aus der Luft und aus dem Weltall zu erfassen. Beispielsweise lässt sich mit diesem Werkzeug die Landbedeckung - Wald, Wiesen, Äcker und Siedlungen - im Raum und über die Zeit beobachten. Aus den Daten lassen sich Vegetationsindizes (z.B. der NDVI, ein Maß für die Vegetationsdichte) und weitere Parameter (z.B. Ergrünungsbeginn) ableiten, die Aufschluss über den Zustand der verschiedenen Ökosysteme in der Landschaft geben. 

Abbildung 1: Staffelsee und Murnauer Moos im Bayerischen Alpenvorland. A) RapidEye-Satellitendaten mit 5 m Auflösung B) Landbedeckung abgeleitet aus Fernerkundungsdaten (Corine Land Cover 2012) C) Vegetationsindex NDVI und D) Ergrünungsbeginn im Jahr 2011.

Dieses Teilprojekt im Projektverbund LandKlif zielt darauf ab, aus verschiedenen Satellitendaten hochgenaue Messreihen zu generieren, um in naturnahen, agrarischen und urbanen Landschaften Bayerns die Vegetationsentwicklung der letzten zwei Jahrzehnte zu messen. Durch den Vergleich von Extremsituationen mit dem klimatischen Normalzustand wird herausgearbeitet, welche Landschaftsteile anfällig bzw. widerstandsfähig für die zu erwarteten Klimaänderungen sind. 

Abbildung 2: Vegetationsentwicklung im Jahr 2011 (in Grün) im Vergleich zur mittleren Vegetationsentwicklung der Jahre 2001-2012 (in Schwarz) dargestellt an der Entwicklung der Vegetationsdichte (NDVI). Aufgrund des kalten Winters mit einem Kaltluftvorstoß im Februar 2011 blieben die NDVI-Werte unterhalb des langjährigen Mittels. Ein mildes, sonnenscheinreiches und warmes Frühjahr führte zu einem Anstieg der Vegetationsdichte und einem schnelleren Ergrünen der Vegetation. Der Sommer 2011 war zu kühl und zu nass, so dass die Vegetation nicht ihre mittlere Vegetationsdichte erreichte. Der sonnenscheinreiche Oktober führte zu einem leicht später einsetzenden Herbst.

Ein weiterer Fokus des Teilprojekts liegt auf den Agrarlandschaften. Es geht um die Bestimmung von Ertragsniveaus, Anbaumustern und Landschaftsdiversität. Im Projektverbund werden die Ergebnisse gemeinsam genutzt, um schädliche Einflüsse auf die für Mensch und Natur in Bayern wichtigen Ökosystemleistungen - wie beispielsweise die Bereitstellung fruchtbarer Böden oder die Sicherstellung der Bestäubung und damit der landwirtschaftlichen Produktion - frühzeitig zu erkennen und standortbezogen Gegenmaßnahmen zu entwickeln.

Projektleitung: 

PD Dr. habil. Christopher Conrad

Institut für Geographie und Geologie

Universität Würzburg

Oswald-Külpe-Weg 86

97074 Würzburg

Tel: +49 931 31 88493

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